Berlin Blue — The Surface For Winners
Das leuchtend blaue Granulat der Laufbahn im Berliner Olympiastadion. Als sichtbare Schicht eines hochkomplexen Bodensystems wurde es zum Signal für Spitzenleistung — und zum weltweiten Branchenstandard.
Wenn Farbe zum Signal wird
Im Zuge der Modernisierung des Berliner Olympiastadions wurde die traditionelle rote Aschebahn durch ein völlig neu entwickeltes EPDM-Granulat ersetzt. Statt des klassischen Rots erstrahlte die Laufbahn in einem eigens entwickelten, leuchtenden Farbton — dem Hertha-Blau. Kombiniert wurde die tiefblaue Hochleistungs-Oberfläche mit markanten grauen T-Zonen, den Nebenflächen des Stadions.
Jörg Siekmann hat diese Entwicklung in seiner Zeit in der Sportbodenindustrie maßgeblich vorangetrieben. Hinter jeder Weltklasseleistung steht ein hochkomplexes Gesamtsystem: Die Rekord-Laufbahn bestand aus vielen unsichtbaren Schichten, vom Fundament bis zur elastischen Basis. Unser Beitrag war eine einzige Komponente in diesem Konstrukt — aber genau die, die den entscheidenden Unterschied machte: die sichtbare Schicht.
Denn Blau ist hier nicht einfach nur eine Farbe. Blau inspiriert, Blau motiviert und Blau zeigt unmissverständlich den Weg zur absoluten Spitzenleistung. Wenn ein Athlet in den Startblöcken liegt und nach unten blickt, ist es dieses Signal, das den mentalen Schalter umlegt.
Was mit dem Projekt erreicht werden sollte
Für ein Großereignis in einer denkmalgeschützten Arena sollte ein Belag entstehen, der zwei Anforderungen zugleich erfüllt: die kompromisslose Funktion einer Wettkampf-Laufbahn auf Weltniveau und eine visuelle Wirkung, die sich vom Gewohnten löst.
Der Bruch mit der roten Aschebahn war ein Wagnis. Die blaue Oberfläche musste den Korridor für maximale Beschleunigung optisch klar vom Rest der Anlage trennen, ohne die Athletinnen und Athleten abzulenken — und farblich über Jahre unter UV-Last und Dauerbelastung stabil bleiben.
Das Ergebnis des Projekts
Bei der Leichtathletik-WM 2009 pulverisierte Usain Bolt auf dieser Bahn die Weltrekorde über 100 Meter (9,58 s) und 200 Meter (19,19 s) — Rekorde, die bis heute ungeschlagen sind. Jörg Siekmann durfte ihm persönlich gratulieren und einen Pokal überreichen, gefüllt mit genau dem blauen Granulat, auf dem Sportgeschichte geschrieben wurde. Was in Berlin als Wagnis begann, veränderte eine ganze Branche: Das „Berlin Blue“ etablierte sich weltweit als Symbol für Geschwindigkeit und Dynamik. Und es ist bis heute die Farbe, die auch die Marke JSTec prägt.